Depression – Was kann Kosmetik beitragen, dass es Menschen besser geht?

Depression ist eine Geißel der Menschheit, die immer mehr Menschen erreicht. Ständiger Termindruck, hohe Anforderungen und daraus folgender Stress begünstigen dies. Im Rahmen von kosmetischen Behandlungen lassen sich die körperlichen Abwehrkräfte und eine positive Einstellung stärken.

Die positive Wirkung von Achtsamkeit und Berührungen

Gegen depressive Verstimmungen gibt es ganz unterschiedliche Behandlungsansätze, z. B. Gesprächstherapie, kognitive Therapie oder Medikamente. Aber begleitend haben sich auch Bewegung, Achtsamkeit, positive Eigenwahrnehmung sowie Berührungen (Massage) immer mehr bewährt. Manche Autoren sprechen deshalb von „Körperpsychotherapie“. So erforscht der Psychologe Dr. Martin Grunwald, der sich damit international einen Namen gemacht hat, die Welt des Tastsinns. Er entdeckte, wie stark das Gehirn aktiviert wird, wenn es eine Berührung registriert. Über Berührungen erfahren wir bewusst Bewegung und Grenzen unseres Körpers. Jeder entwickelt ein realistisches Gefühl für seinen Körper. Wir können ihn annehmen, fühlen uns geborgen und sicher. Dies entspannt und stärkt die Widerstandskraft (Resilienz).

Auch die Untersuchungen zur Achtsamkeit von Forschern wie Prof. Kabat-Zinn und Prof. Michalak weisen in diese Richtung. Aus ihren Experimenten lassen sich ganz konkrete stärkende Ansätze ableiten. Zu den Wirkungen von Massagen hat sich Dr. Schlappack geäußert und Prof. Faust zur Wirkung von Hautkontakt aus der taktilen Phase. Dies zeigt deutlich, dass die Wirkung von Berührungen, Achtsamkeit und Entspannung neurowissenschaftlich fundiert ist.

Etwas für die Körperlichkeit tun

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Themen Lebens-Rhythmus, Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung von wichtiger Bedeutung sind, natürlich neben den ärztlichen Behandlungen und Medikationen. Es ist heilsam, regelmäßig etwas für den Körper zu tun, z. B. mit aktiver Entspannung oder durch eine Massage. Denn so bleibt man mit den eigenen grundlegenden Gefühlen und Empfindungen in Kontakt.

Grunwald bringt es im Stern-Interview auf den Punkt: „Wir haben zu viel Arbeit und zu wenig Körperlichkeit. Dafür sind wir nicht konstruiert. Der Mensch kann ohne Geschmackssinn leben, ohne Gehör, sogar ohne Augenlicht. Aber Sie bleiben nicht gesund, wenn Ihnen der Körperkontakt genommen wird.“

Kosmetik kann gezielt eine wichtige Rolle übernehmen

An dieser Stelle sind die KosmetikerInnen in den Instituten und den Spas gefragt. Sie bieten die Gelegenheit, durch Gesichts- und Körperbehandlungen etwas für die eigene Ausdruckskraft zu tun. Dadurch schaffen sie eine umgebende Atmosphäre der Entspannung. Beides stärkt die Widerstandskraft und die Selbstheilungskräfte des Körpers. Dies geschieht durch Ausschüttung von körpereigenen Hormonen und Botenstoffen wie Endorphinen, Oxytocin sowie Dopamin.

Somit haben die Reflektion über die gesteuerte Selbstwahrnehmung, die Gesichts- oder Körpermassagen und das Spüren der Behandlungswirkung eine wichtige Wirkung. Das Ganze am besten als monatliches Ritual. Neben der regelmäßigen Auszeit gehören weitere Spa-Anwendungen erweiternd dazu.

KosmetikerInnen sollten das Bewusstsein entwickeln, dass ihre Tätigkeit über das Äußerliche hinaus auch eine belebende Wirkung haben kann. Damit würde sich auch die Resilienz des Körpers erhöhen. Dies geschieht nur, wenn KosmetikerInnen diese Aufgabe bewusst annehmen und die Wahrnehmung der Kundinnen und Kunden entsprechend lenken. Sie zeigen ihren Kunden einfache Mechanismen wie den Umgang mit dem Spiegelbild, die Selbstwahrnehmung und das Fühlen des Körpers und seiner natürlichen Schönheit. Wem sollte es durch diese professionelle Zuwendung und kundige Begleitung nicht besser gehen?