Ein Microneedling kann mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt werden. Diverse Hersteller bieten sowohl automatisierte Stifte (Dermapen) als auch Microneedling Roller an. Doch worin liegen die Unterschiede der beiden Methoden und welche Erfahrungen wurden damit gemacht? Die mit der Microneedling-Anwendung  verbundenen Ziele sind mit beiden Handstückvarianten die gleichen: Durch erzeugte Mikrodefekte in der Haut soll eine Stimulation regenerativer Effekte eingeleitet werden und gleichzeitig Wirkstoffe, wie z. B. Hyaluronsäure, über die Mikroöffnungen zugeführt werden. Falten, Narben, Pigmentflecken, vergrößerte Poren oder auch Dehnungsstreifen können damit aktiv behandelt werden.

Microneedling Roller Anwendung:

Microneedling Roller werden sowohl in Kosmetikstudios, in dermatologischen Instituten als auch für die Heimanwendung angeboten. Der Microneedling Roller besteht aus einer breiten Rolle, welche mit kleinen Mikronadeln bestückt ist. Die Nadellängen des Rollers variieren zwischen 0,2 bis 2,5 mm. Angewendet wird der Microneedling Roller manuell durch vertikale, horizontale und  diagonale Bewegungen auf der Gesichtshaut oder auf Körperarealen. Wichtig ist zu wissen, dass aus hygienischen Gründen ein Microneedling Roller nur für eine Person eingesetzt, regelmäßig sachgemäß gereinigt, und nicht mehr als 8 Mal verwendet werden sollte.

Dermapen Anwendung:

Der Dermapen kommt in Kosmetikstudios, Medical Spas und in dermatologischen Praxen zum Einsatz. Die Nadellänge eines Dermapens kann im Vergleich zum Roller durch einen Drehmechanismus reguliert werden.  Durch eine automatisierte Auf- und Abbewegung des Nadelkissens werden kleine Mikroöffnungen auf der Haut erzeugt.  Somit kann die Eindringtiefe der Nadel vor und auch während der Behandlung individuell von 0,1 bis zu 2,5 mm reguliert werden. Der Dermapen kann sowohl mit kreisenden Bewegungen als auch in Linien oder punktuell über die Haut gefahren werden. Da die sterilen Aufsätze pro Kunde nur einmalig verwendet werden ist eine besondere Hygiene bei dieser Microneedling-Methode gewährleistet.

Microneedling Roller
Der Dermapen führt die Nadeln kontinuierlich, präzise und zielgenau durch die automatisierte Technik in die Epidermis ein. Wie auf Abbildung 2 zu erkennen ist, sind die Einstiche einheitlich und weisen keine Rissspuren auf.
Dermapen

Die Erfahrungen

Der Nachteil der Microneedling Roller-Methode ist, dass  größere Einrisse in der Epidermis entstehen, welche ggf. zu einer verstärkten Blutung und einer erhöhten Downtime* der Kunden führen. Ein Vorteil des Stiftes/Pens  ist, dass diese epidermalen Risse nicht entstehen. Dies liegt an der automatisierten, präzisen Ein- und Ausführung der Nadeln. Auch kleine, schwer zu erreichende Areale wie Augen und Lippenpartien können leichter und gezielter mit dem Dermapen behandelt werden. Regulierbare Nadellängen sind aufgrund der unterschiedlichen Hautdicken im Gesichtsbereich vorteilhafter. Im Stirnbereich ist die Haut dünner als in der Wangenregion – deshalb ist es für den Behandler sehr praktikabel, während der Behandlung die Länge der Nadeln regulieren zu können. Bei großflächigen Körperbehandlungen kann die Roller-Methode aufgrund der Aufsatzbreite in der Anwendung vorteilhafter erscheinen.

* Ausfallzeit, bis sich das Hautbild normalisiert hat